Einige kurze Fragen zu Revolutionära Fronten (RF):


Wie hat sich RF gebildet?
RF hat sich im Herbst 2001 offiziell gegründet. Eine der treibenden Kräfte hinter der Gründung von RF war der sich an vielen Orten ausbreitende Rechtsextremismus. Außerdem verkamen unserer Ansicht nach existierende außerparlamentarische Gruppen immer mehr zu einem „Trend“, einem „lifestyle“, während die wirkliche politische Arbeit in den Hintergrund trat.

Durch Demonstrationen und andere politische Aktivitäten bekamen wir Kontakt zueinander. Unserer Ansicht nach hatte eine Gruppe Potential, die aus ambitionierten AktivistInnen mit gemeinsamen, klar definierten Zielen bestand. Viele von uns waren zermürbt, dass Nazis an vielen Orten ungestört agieren konnten. Unserer Ansicht nach ließen viele AntifaschistInnen sowohl Willen als auch Durchsetzungsvermögen vermissen. Des Öfteren wurden zwar Angriffe auf Nazis durchgeführt, allerdings waren diese oft ineffektiv und setzten auf eine zahlenmäßige Überlegenheit durch AntifaschistInnen.

Diesen Trend haben wir umgekehrt. Wir haben angefangen Nazis in Einkaufszentren, Bahnhöfen, in Kneipen und vor deren Haustür anzugreifen. Bei Treffen in der Öffentlichkeit wurden Nazis trotz zahlenmäßiger Überlegenheit attackiert. Der gemeinsame Wille Nazis und Faschismus zu bekämpfen führte dazu, dass am Anfang ein großer Teil unserer politischen Arbeit aus physischer Konfrontation bestand. Auch wenn wir uns mit anderen politischen Fragen beschäftigten kam für uns der antifaschistische Kampf auf der Strasse an erster Stelle.


Worin unterscheidet sich RF von anderen sozialistischen Organisationen?
Innerhalb von RF findet sich Raum für viele unterschiedliche sozialistische Perspektiven. Wir sehen uns als SozialistInnen und wollen uns nicht einordnen lassen in traditionelle und dogmatische –ismen. Wir haben hohe Ansprüche an unsere Mitglieder und haben RF gebildet, weil linkes Engagement zu bequem geworden war im Wohlstandsland Schweden. Einsatz war oft halbherzig und zögerlich. Wir stehen voll hinter unserer politischen Arbeit, opfern viel Zeit dafür und nehmen persönliche Nachteile in Kauf.


Wie ist RF aufgebaut und wie werden Beschlüsse gefasst?
Innerhalb von RF versuchen wir Hierarchien aufzulösen. Alle sollen Initiative ergreifen und mit eigenen Ideen beitragen, die im Interesse der Gruppe sind und zu den Zielen von RF beitragen. Wir haben regelmäßige Treffen auf denen sowohl lokale wie auch überregionale Fragen besprochen werden und alle Anwesenden an der Beschlussfassung teilnehmen. Wir versuchen, dass alle Mitglieder aktiv sind und unserer Ansicht nach sind wir damit erfolgreich.

Warum wenden wir Gewalt an?
Faschismus rekrutiert sich auch aus der Arbeiterinnenklasse. Mit populistischen Argumenten versuchen Nazis die Wut von ArbeiterInnen über ihre Diskriminierung in der neoliberalen Welt gegen MigrantInnen und andere Minderheiten zu kanalisieren. Um Nazis effektiv zu bekämpfen muss man sie auch dort treffen und bekämpfen wo sie nach eigener Auffassung regieren: auf der Strasse. Dies beinhaltet eine Komponente der physischen Konfrontation. Es hat sich wiederholt gezeigt, dass physische Gegenwehr zusammen mit einer breiten Organisierung der ArbeiterInnenklasse die Fundamente von faschistoiden und faschistischen Ideen zerstören kann. Ein Teil unserer Arbeit besteht allerdings auch aus einer sozialistischen Gesellschaftsanalyse und einer Verbreitung dieser, mit dem Ziel die Selbstbefreiung der ArbeiterInnenklasse von FaschistInnen und der Oberschicht zu initiieren.

Arbeitet RF mit anderen Organisationen zusammen?
RF ist eine Gruppe mit eigener Satzung, eigenen Aufnahmekriterien und eigener Agenda. Allerdings haben wir auch Gemeinsamkeiten mit anderen Gruppen, von denen uns meistens nur die Art und Weise unserer praktischen Arbeit unterscheidet. RF hat eine breite und regelmäßige Zusammenarbeit und Austausch mit anderen antifaschistischen Gruppen in Schweden.

Vielfalt?
Die Linke redet gerne davon MigrantInnen in politische Arbeit einzubinden, ist aber für viele „Neue“ aus verschiedenen Gründen unattraktiv. Obwohl sich viele „AntifaschistInnen“ nennen nehmen sie indirekt Abstand von MigrantInnen oder schliessen diese aus. Die weiß-eurozentristische soziale Hierarchie innerhalb vieler Gruppen macht es für Menschen mit MigrantInnenhintergrund schwer sich einzubinden. Wir arbeiten aktiv gegen eine solche Subkultur. Hauptaugenmerk liegt auf der Integration von ArbeiterInnen, von Jugendlichen, MigrantInnen und anderen, die von den gegenwärtigen Verhältnissen unterdrückt werden und dagegen kämpfen wollen, aber von anderen AktivistInnen nicht integriert werden.

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